Logistikforum Rheinland: Das Rheinland ist stark, steht aber vor Herausforderungen

17.09.2014, 10:00

Das Rheinland ist einer der europaweit attraktivsten Regionen für die Logistikbranche – wenn nicht sogar die attraktivste. Aber sie steht auch vor Herausforderungen, die zur Bewältigung des wachsenden Verkehrsaufkommens angegangen werden müssen. Dies war das Fazit der Referenten des Logistikforums Rheinland, zu dem der Logistikregion Rheinland e.V. erstmals eingeladen hatte.

 

Übergabe der Rheinland-Erklärung an Staatssekretär Enak Ferlemann (Mitte) und Staatssekretär Dr. Günther Horzetzky (2.v.l.) durch Jürgen Steinmetz, Vorsitzender der Logistikregion Rheinland, (links) sowie seine Stellvertreter Rainer Schäfer (2.v.r.) und Thomas Klann (rechts)In seinem Impulsvortrag legte Enak Ferlemann, parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, vor mehr als 100 Gästen dar, dass die Priorität der Bundesregierung zunächst auf dem Erhalt der Infrastruktur und dann auf der Stärkung der Verkehrskreuze und Lückenschlüssen liege. Insbesondere die Autobahnkreuze seien bei den wachsenden Verkehrsströmen oftmals die Engpässe, die das Verkehrsaufkommen nicht bewältigen können. Daher werden solche Maßnahmen Vorrang haben.

 

In der anschließenden Podiumsdiskussion, an der neben Enak Ferlemann auch Dr. Günther Horzetzky, Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk des Landes Nordrhein-Westfalen, Oliver Wolff, Hauptgeschäftsführer des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen, Hans Königs vom Hafen Antwerpen und Uwe Detering von UPS Deutschland teilnahmen war auch die Finanzierung der Infrastruktur ein Thema. Hier bedürfe es einer langfristigen Finanzierung der Verkehrsinfrastruktur. Aber auch neue Wege zur intelligenten Nutzung der Infrastruktur seien von hoher Bedeutung.

 

Zum Ende der Veranstaltung übergaben Jürgen Steinmetz, Rainer Schäfer und Thomas Klann für den Vorstand der Logistikregion die Rheinland-Erklärung an Enak Ferlemann und Dr. Günther Horzetzky, in der die prioritären Maßnahmen zur Stärkung des Logistikstandortes Rheinland benannt werden. Beispielhafte Projekte sind hier:

 

Für den Schienenverkehr:
Bau der Betuwe-Linie, des Eisernen Rheins sowie Ausbau des Bahnknotens Köln

Für den Straßenverkehr:
Ausbau des Kölner Autobahnrings auf durchgängig 8 Streifen sowie durchgängiger Ausbau der A 57 auf 6 Streifen.

Für die Wasserstraße:
Durchgängige Vertiefung des Rheins zwischen Duisburg und Bonn auf eine Fahrrinnentiefe von 2,80 Meter.

Flächen:
Eine Ausweisung von ausreichend geeigneten Flächen für Logistikansiedlungen, um aus dem Verkehrswachstum auch Arbeitsplätze generieren zu können.

 

„Das Logistikforum Rheinland hat auch Dank seiner hochrangigen Besetzung wichtige Lösungswege zur nachhaltigen Stärkung unserer Logistikregion aufgezeigt. Die Rheinland-Erklärung fasst diese zusammen. Jetzt sind Bund und Land gefordert diese auch umzusetzen. Da wir uns in vielen Punkten aber einig sind, bin ich zuversichtlich, dass das Rheinland auch weiterhin eine der bedeutendsten Logistikregionen Europas bleiben wird“, zieht Jürgen Steinmetz, Vorsitzender der Logistikregion Rheinland ein positives Fazit.

 

Der Logistikregion Rheinland e.V. ist ein Zusammenschluss aus Wirtschaft, Wissenschaft und öffentlicher Seite, der das Ziel verfolgt, das Rheinland als eine der bedeutendsten Logistikregionen Europas nachhaltig zu stärken. Das Rheinland bietet auf Grund seiner Lage, der Infrastruktur und dem Absatzmarkt zahlreiche Standortvorteile. Die Logistikbranche im Rheinland umfasst mehr als 10.000 Unternehmen mit einem Jahresumsatz von 20 Milliarden Euro und ist mit 210.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten – dies entspricht knapp 10 % der Gesamtbeschäftigung - ein bedeutender Arbeitgeber. Für die kommenden Jahre wird eine deutliche Zunahme der Verkehrsströme prognostiziert.

Zurück